Kaplan–Meier-Kurve (KM-Kurve)
Die Kaplan–Meier-Kurve ist eine statistische Methode zur Schätzung der Wahrscheinlichkeit, dass eine Einheit über einen bestimmten Zeitraum hinweg aktiv bleibt, basierend auf sogenannten Zeit-bis-Ereignis-Daten. Im Kontext der Unternehmensanalyse misst sie die Wahrscheinlichkeit, dass ein Unternehmen nach einer bestimmten Anzahl von Jahren seit seiner Gründung noch besteht.
Die Kurve wird typischerweise als stufenförmige Linie dargestellt, wobei die x-Achse die Zeit (z. B. Jahre seit Gründung) und die y-Achse die Überlebenswahrscheinlichkeit zeigt, die bei 100 % beginnt und mit zunehmenden Marktaustritten abnimmt. Es handelt sich um eine nicht-parametrische Methode, die keine Annahmen über die Verteilung der Lebensdauern trifft und auch unvollständige Beobachtungen berücksichtigt (z. B. Unternehmen, die zum Analysezeitpunkt noch aktiv sind).
Im Rahmen von North Data Company Intelligence wird die Kaplan–Meier-Kurve zur Analyse der Unternehmenslebensdauer eingesetzt, also der Zeitspanne von der Gründung bis zu einem definierten Austrittsereignis wie Auflösung, Insolvenz, Liquidation oder Fusion. Sie ermöglicht eine strukturierte Darstellung, wie lange Unternehmen typischerweise bestehen und wie sich ihre Überlebenswahrscheinlichkeit im Zeitverlauf entwickelt.
Aus analytischer Sicht liefert die Form der Kurve wichtige Hinweise auf die Dynamik von Unternehmenslebenszyklen:
- Ein steiler Verlauf deutet auf kürzere Lebensdauern und höhere Ausfallraten hin, was auf erhöhte Risiken oder starken Wettbewerbsdruck in der Branche hindeuten kann.
- Ein flacher Verlauf weist auf längere Lebensdauern und höhere Stabilität hin und signalisiert ein robusteres Marktumfeld.
Durch den Vergleich von Kurven über Branchen, Regionen, Rechtsformen oder Gründungskohorten hinweg lassen sich mediane Lebensdauern, kritische Risikophasen und strukturelle Unterschiede in der Marktstabilität identifizieren.
