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Für wie viele Unternehmen sind Umsatz, Gewinn und andere Finanzkennzahlen verfügbar?

Dieser Artikel erläutert, in welchem Umfang Finanzkennzahlen für Unternehmen in Deutschland verfügbar sind und welche Faktoren die Verfügbarkeit beeinflussen.

North Data ermittelt finanzielle Kennzahlen für deutsche Firmen aus den im Bundesanzeiger veröffentlichten Jahresabschlüssen. Sowohl die Verfügbarkeit als auch der Umfang dieser Jahresabschlüsse hängen von verschiedenen Faktoren ab.

Mögliche Gründe dafür, dass kein Jahresabschluss veröffentlicht wurde, sind:

(1) die Firma ist noch zu jung.

(2) die Firma ist eine Tochtergesellschaft und wird in den Konzernabschluss ihrer Muttergesellschaft mit einbezogen ("konsolidiert"). In diesem Fall weisen wir auf diese Situation hin (auf der Website durch einen Hinweis, im API/Export über eine "FinancialsNote" in den "Financials" der Firma.)

(3) die Firma verweigert die Veröffentlichung der Jahresabschlüsse und nimmt mögliche Ordnungsgelder oder Sanktionen in Kauf.

(4) es handelt sich um eine Kleinstkapitalgesellschaft, die nicht zur Veröffentlichung verpflichtet ist (siehe Abschnitt zu "Größenklassen" unten)

Der Umfang der Jahresabschlüsse hängt von der sogenannten Größenklasse der Firma nach HGB 267 ab ( siehe auch die Wikipedia-Artikel zur Einteilung in Größenklassen und Erleichterungen je nach Größenklasse):

(1) Mittlere und große Kapitalgesellschaften müssen Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) veröffentlichen und damit Gewinn und Umsatz öffentlich machen. Es handelt sich dabei aber nur um einen kleinen Teil der Kapitalgesellschaften in Deutschland (ca. 7-8%),

(2) Kleine Kapitalgesellschaften müssen nur eine verkürzte Bilanz veröffentlichen. Häufig kann der Gewinn hieraus nur indirekt ermittelt oder geschätzt werden (siehe auch unseren Artikel zu Gewinnzahlen)

(3) Kleinstkapitalgesellschaften müssen ihren Abschluss nicht veröffentlichen, nur hinterlegen (siehe auch unseren Artikel zu Hinterlegung statt Veröffentlichung).

Wenn eine Firma keine Umsatzzahlen veröffentlicht, ist es trotzdem in vielen Fällen möglich, auf geschätzte Umsatzzahlen zurückzugreifen.